Auskunftsanspruch des Pflichtteilsberechtigten

Viele Pflichtteilsberechtigte stehen vor der Frage, auf welches Vermögen sich ihr Pflichtteils bezieht. Mittels des Auskunftsanspruches kann der Pflichtteilsberechtigte detailliert über die Zusammensetzung des Nachlasses verlangen.

Mit dem Auskunftsanspruch des Pflichtteilsberechtigten kann dieser detaillierte Auskünfte über die Zusammensetzung des Nachlasses erhalten. Nur hierüber kann er in Erfahrung bringen, wie sich das Vermögen des Verstorbenen zusammengesetzt und welche Schenkungen er zu Lebzeiten getätigt hat. Hierauf aufbauend kann dann eine Berechnung der Höhe des Pflichtteils erfolgen.

Nachlass

Im Rahmen des Auskunftsanspruches ist dem Pflichtteilsberechtigten vom Erbe Auskunft über den Nachlass zu geben. Der Erbe hat dem Pflichtteilsberechtigten also eine Aufstellung über sämtliche Vermögenswerte des Verstorbenen zum Zeitpunkt seines Todes zu überlassen. Der Erbe schuldet dem Pflichtteilsberechtigten jedoch keine Ermittlung des Wertes einzelner Vermögenswerte. Die Wertermittlung muss der Pflichtteilsberechtigte selbst vornehmen.

Fiktiver Nachlass

In der Absicht den Pflichtteil zu minimieren oder auszuhebeln, verschenken viele Menschen kurz vor ihrem Tod noch einen Teil des Vermögens. Dieses Vermögen kann jedoch gleichwohl mit zur Berechnung des Pflichtteils herangezogen werden. Daher stehen Pflichtteilsberechtigte vor der Frage, welche Schenkungen der Verstorbene noch zu Lebzeiten getätigt hat.

Auch auf diese Schenkungen bezieht sich der Auskunftsanspruch des Pflichtteilsberechtigten. Dieser ist sehr weitreichend. Es muss nämlich nicht feststehen, dass eine Schenkung vorliegt, damit dem Pflichtteilsberechtigten ein Auskunftsanspruch zusteht. Bei ausreichenden Anhaltspunkten für möglicherweise pflichtteilsrelevante Vorgänge muss sich die Auskunft stattdessen auf alle Umstände erstrecken, die für die Beurteilung, ob und in welcher Höhe ein Pflichtteilsanspruch besteht, bedeutsam sind.

Unsere Empfehlung

Mit dem Auskunftsanspruch steht dem Pflichtteilsberechtigten also ein wirksames Mittel zur Verfügung um lebzeitige Vermögensverschiebungen aufzudecken und den Bestand des Nachlasses in Erfahrung zu bringen. Dadurch können Pflichtteilsberechtigte oftmals höhere Pflichtteilsansprüche geltend machen, als zunächst von ihnen gedacht. Zur Vorbereitung von Pflichtteilsansprüchen empfiehlt es sich daher stets, bei konkreten Verdachtsmomenten weiterführende Auskunftsansprüche durch einen in Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalt geltend machen zu lassen.

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